Der A&F-Shitstorm: 1. Grund und Reaktionen

“In every school there are the cool and popular kids, and then there are the not-so-cool kids. (…) Candidly, we go after the cool kids. We go after the attractive all-American kid with a great attitude and a lot of friends. A lot of people don’t belong [in our clothes], and they can’t belong. Are we exclusionary? Absolutely. Those companies that are in trouble are trying to target everybody: young, old, fat, skinny. But then you become totally vanilla. You don’t alienate anybody, but you don’t excite anybody, either.”
Mike Jeffries

(vgl. Hart Duerson, 2013)

„In jeder Schule gibt es die coolen und beliebten Kids, und dann gibt es da noch die nicht so coolen Kids. Wir wollen die coolen Kids (…)“ (komplettes Zitat siehe oben), so Abercrombie-&-Fitch-CEO Mike Jeffries. Wie schon im letzten Post erläutert verfolgt er mit seiner Marke genau dieses Konzept: Kleidung für attraktive, erfolgreiche, beliebte junge Erwachsene (vgl. Die Welt, 2013). Dem Jersey-Shore-Darsteller Michael Sorrentino wurde von Abercrombie & Fitch sogar Geld geboten, dass dieser keine A&F-Kleidung mehr trägt, um dem Image nicht zu schaden (vgl. Maier, 2011).

Solche Aussagen führten im Mai 2013 zu negativen Reaktionen.
Die US-amerikanische Bloggerin Jes Baker, die sich in ihrem Blog damit beschäftigt, ihren Leserinnen und Lesern zu zeigen, dass auch dicke Leute sich in ihrer Haut wohl fühlen und attraktiv sein können, nahm den Fall Abercrombie & Fitch zum Anlass, ihre Meinung durch Fotos wie diesem darzustellen:

Abbildung 1: Jes Baker, Attractive & Fat

Diese Fotos fügte sie einem Brief bei, den sie direkt an A&F-CEO Mike Jeffries schrieb. Unter anderem schreibt sie: „Well, actually, that’s not all you’ve done. You have also created an incredible opportunity for social change.“ Sie schreibt also, dass Mike Jeffries mit seinem Konzept eine unglaubliche Möglichkeit für einen sozialen Wandel gegeben habe (vgl. Hart Duerson, 2013).

Auf dieser Webseite gibt es neben einem zusammenfassenden Artikel ein interessantes Video über Jes und den A&F-Fall (auf Englisch, jedoch gut verständlich, falls nicht, ich bin für Rückfragen offen):
http://www.today.com/style/blogger-abercrombie-fitch-f-means-attractive-fat-6C10015490

„Zusammen machen wir Abercrombie & Fitch zur weltweiten Nummer eins für Obdachlosen-Bekleidung!“
Greg Karber

Neben Jes ging der Drehbuchautor Greg Karber mit seiner Meinung an die Öffentlichkeit. Mit seiner Initiative „Fitch the Homeless“ , oder auch „#FitchTheHomeless“ (Twitter) fordert er die Menschen dazu auf, A&F-Kleidung an Obdachlose zu geben (vgl. Fründt, 2013).

Hierzu gibt es folgendes Video:

Video 1: Fitch the Homeless

So viel zu einigen Reaktionen  von außerhalb. In meinem nächsten Post möchte ich auf die Reaktion von Abercrombie & Fitch/Mike Jeffries selbst und die Medien, in denen sich der Shitstorm ausbreitete, eingehen.

 

Quellen:

Online:
Baker, J. (2013). To: Mike Jeffries, C/O Abercrombie and Fitch. The Militant Baker. Abgerufen am 11.01.2014 von http://www.themilitantbaker.com/2013/05/to-mike-jeffries-co-abercrombie-fitch.html
Fründt, S. (2013). Schlankheits-Fanatiker beschwören Shitstorm herauf. Die Welt. Abgerufen am 11.01.2014 von http://www.welt.de/wirtschaft/article116212042/Schlankheits-Fanatiker-beschwoeren-Shitstorm-herauf.html
Hart Duerson, M. (2013). Blogger to Abercrombie & Fitch: A&F means ‚Attractive & Fat‘. TODAY.Abgerufen am 11.01.2014 von http://www.today.com/style/blogger-abercrombie-fitch-f-means-attractive-fat-6C10015490
Maier, J. (2011). Modelabel zahlt Seriendarstellern Geld für nichts. stern.de. Abgerufen am 101.01.2014 von http://www.stern.de/lifestyle/leute/abercrombie-fitch-modelabel-zahlt-seriendarstellern-geld-fuer-nichts-1717959.html
Bilder:
Abbildung 1: http://blog.zap2it.com/pop2it/militant-jes-baker-attractive-and-fat-abercrombie-and-fitch.jpg (Abgerufen am 11.01.2014)
Videos:
Video 1: YouTube. gkarber. 2013. Abercrombie & Fitch Gets a Brand Readjustment #FitchTheHomeless. Abgerufen am 11.01.2014 von http://www.youtube.com/watch?v=O95DBxnXiSo

7 Gedanken zu „Der A&F-Shitstorm: 1. Grund und Reaktionen

  1. Hallo 🙂
    ich bin gerade auf deinen Betrag gestoßen und finde dein Thema und deine Herangehensweise sehr spannend! Die Einstellung von A&F ist schon ziemlich erschreckend. Zwar kann ich auch verstehen, dass ein Modelabel will, dass vorallem coole/hippe Leute deren Klamotten präsentieren. Das dann allerdings mit allen Mitteln durchzusetzen – jemandem sogar Geld dafür zu bieten, die eigene Marke NICHT zu tragen – grenzt schon an Wahnsinn. Ich finde es super, dass du bei deinen Beiträgen so unparteiisch bleiben kannst, ich glaube das würde mir in dem Fall sehr schwer fallen 😀 Bin schon gespannt wie es bei dir weitergeht!
    Viele Grüße

  2. Hallo Melanie,
    ich finde diese ersten Reaktionen sehr interessant. Das sich bekannte Blogger und Drehbuchautoren mit diesem Thema beschäftigen, zeigt meiner Meinung nach was für eine soziale Tragweite diese Aussagen von A&F haben.
    In seinem Zitat erklärt Jeffries, das das Problem von vielen Unternehmen darin liegt, dass diese keine spezifischen Zielgruppen ansprechen. In diesem Punkt stimme ich ihm zu, da es gerade in der Mode wichtig ist, seine Zielgruppe und deren Bedürfnisse zu kennen. Allerdings sollten Unternehmen dabei andere Menschen nicht diskriminieren wie es in diesem speziellen Fall geschehen ist.
    Ich bin gespannt auf deine Analyse der Medienberichterstattung, da du sicher einiges an Material auszuwerten hast 😉

  3. Hallo Melanie,
    das ist wirklich ein interessanter Konflikt, den du da untersuchst. Wie Elisa schon geschrieben hat, finde ich auch, dass sich diese Aussage über die A&F-Zielgruppe ziemlich diskriminierend anhört. Eigentlich sollten Leute, die sich mit Unternehmensführung und PR auskennen, besser einschätzen können, wie bestimmte Aussagen von der Öffentlichkeit aufgenommen werden. Und wie sie sich auf den Ruf des Unternehmens auswirken.
    Ich bin gespannt, was da noch kommt 🙂

  4. Ich hatte von diesem Shitstorm überhaupt nichts mitbekommen, aber es ist wirklich erschreckend. Wie kann eine Marke so diskriminierend sein? Nur weil man weniger cool ist, oder nicht in das gewünschte Schönheitsbild passt heißt das doch lange nicht, dass man sich nicht so kleiden kann, wie man möchte. Die Reaktionen von Jes Baker und Greg Karber finde ich da auf jeden fall angebracht. Was ich jedoch etwas verwunderlich finde, ist, dass A&F Michael Sorrentino Geld geboten hat, damit er die Kleidung nicht trägt- wie ich gelesen habe sogar auch einen sehr beträchtlichen Betrag. Soweit ich aber weiß ist die Sendung Jersey Shore in Amerika sehr beliebt und damit dürfte er doch zu den von dir erwähnten „coolen Kids“ gehören. Und die optische Selbstdarstellung von Sorrentino unterscheidet sich meiner Meinung nach auch kaum von der des Konzern. Weißt du da genaueres darüber?

  5. Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Dieser Shitstorm hört sich wirklich interessant an. Vor allem, da er wohl ein sehr populäres Thema in Amerika aufgreift. Ich habe immer das Gefühl, dass es dort vor allem bei Jugendlichen sehr wichtig ist ein gutes Image zu haben und beliebt zu sein, und dass da einige auch drunter leiden. Das ist in Deutschland ja (ein Glück) nicht ganz so krass und deswegen kann ich verstehen, dass du dich da auf ein amerikanisches Beispiel beziehst, weil es viel mehr Aufregungspotential bietet.
    Ich oute mich außerdem als ehemalige Jersey-Shore-Rezipientin, und ich kann doch irgendwie verstehen warum sie Michael Sorrentino die eigene Kleidung verbieten wollten, da er doch der eher unbeliebte Protagonist in der Serie war (auch wenn er vielleicht nur durch die Medien als besonders unsympathisch dargestellt wurde). Eine genaue Erklärung fände ich allerdings auch interessant.

  6. Pingback: Abercrombie & Fitch sagt Nein zu Michael Sorrentino | AFter-Shitstorm-Image

  7. Pingback: Non-verbale Krisenkommunikation | AFter-Shitstorm-Image

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